Vereinsportrait

Der TSV 1861/08 Neustadt/Aisch e.V. ist mit rund 800 Mitgliedern der größte Sportverein in der Kreisstadt.
Als Mehrspartenverein bietet er ein breites Spektrum an verschiedensten Sportarten für Alt und Jung.

Der TSV konnte sich in den letzten Jahren dem allgemeinen Trend der abnehmenden Mitgliederzahlen nicht entziehen. Durch neue Gruppen wie Walking, Coronar (Herzsport), Rennmäuse, Flitzkids und American Football konnte das Angebot jedoch verbreitert werden.

Die sportlichen Erfolge des TSV in den letzten Jahren sind bemerkenswert:

Zwei deutsche Meister-Titel bei den Junioren, eine Teilnahme an der Junioren Weltmeisterschaft in Korea, drei bayerische Jugendmeister und sechs Gewinner des Bayern Pokals sind nur einige Titel, die sich die Taekwondo Abteilung sichern konnte.

Aus der Abteilung Leichtathletik-Triathlon ragt Ruth Schlager heraus, die in ihrer Altersklasse einen Europameistertitel gewonnen hat.

In den letzten Jahren wurde beim TSV wieder begonnen, größeren Wert auf den Breitensport zu legen.

Vom Arbeiter-Verein zum modernen Breitensport-Verein

Die geschichtliche Entwicklung des TSV

  • 15.01.1861

    Gründung des Turnvereins Neustadt

    „26 junge Männer […] fanden sich zur Gründung eines Turnvereins zusammen und meldeten offiziell am 15. 1. 1861 durch die Vorstandsmitglieder Johann Bub, Karl Vogel und Peter Müller die Bildung des neuen Vereines dem Stadtmagistrat zur Genehmigung an.“ (Festschrift 14. – 16. Juli 1961 S.7). Dies war der Beginn des Turnvereins 1861 in Neustadt an der Aisch. Im Jahre 1863 entschlossen sich die Mitglieder des Turnvereins eine Feuerlöschgruppe aus der Taufe zu heben. Diese Bewegung ist der Ursprung der heutigen Freiwilligen Feuerwehr der Kreisstadt.

  • 1892

    Generalversammlung beschließt Einführung von demokratischen Strukturen

    Ende des 19. Jahrhunderts hatte der Turnverein 1861 sowie die Latein- und Präparandenschule Probleme bei der Durchführung des Turnbetriebs wegen einer fehlenden Turnhalle. „Durch die Initiative des Vorstandes Kaufmann Georg Vogel erwarb dann 1889 die Stadt die Reitschule (Anmerk.: heute die Alte Turnhalle) und stellte diese als Turnhalle zur Verfügung.“ (Festschrift 14. – 16. Juli 1961 S.11). Drei Jahre später beschloss die Generalversammlung demokratische Strukturen im Verein einzuführen. Von da an hatten alle Mitglieder ein Stimmrecht für die Vorstandswahlen. Im Jahre 1896 veranlasste der Vorstand, dass aus den Reihen der Turner eine freiwillige Sanitätskolonne gegründet wurde. Aus dieser Einrichtung ist später der Ortsverband des Bay. Roten Kreuzes entstanden, der bis zum heutigen Tage besteht.

  • 1892-1945

    Einführung verschiedener Sparten in den Turnverein

    Einige Jahre später entschloss man sich beim Turnverein 1861 das Jugend- und Damenturnen einzuführen. Zu dieser Zeit zählte Faustball, Fußball, Fechten, die Pflege des deutschen Liedes und natürlich Turnen zum Angebot des Vereins. „Der Turnverein Neustadt war zu einem nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil des öffentlichen Lebens geworden.“ (Festschrift 14. – 16. Juli 1961 S.15).

  • 1945

    Zusammenschluss des Arbeiterturnvereins und des Turnvereins zum Turn- und Sportverein

    Mit dem Beginn des ersten Weltkrieges wurden viele Turner „zu den Fahnen gerufen und viele kehrten am Ende des Krieges nicht mehr in ihre Heimat zurück“ (S. 15). Trotzdem wurde nach dem Krieg der Turnbetrieb wieder aufgenommen. Zu Beginn des zweiten Weltkrieges wurde der Verein verboten. „Ende 1945 richteten Mitglieder des früheren Arbeiterturnvereins ein Gesuch an die Militärregierung, den […] Arbeiterturnverein wieder zu genehmigen.“ (vgl. Festschrift 14. – 16. Juli 1961, S.19) Georg Löblein wurde daraufhin zum 1. Vorstand des neu gegründeten Turn- und Sportclubs Neustadt/Aisch, der aus dem bürgerlichen „Turnverein 1861“ und aus dem „Arbeiterturnverein 1908“ entstanden ist, gewählt. Etwas später wurde noch der Zusatz 1861/08 zum Vereinsnamen gestellt, um die Tradition des vereinigten Vereins zu wahren. . Leider sind fast keine historische Informationen über den Arbeiterturnverein vor 1945 mehr vorhanden.
    In der Nachkriegszeit wurden „Fußball, Handball, Faustball und Tischtennis bald mit Mannschaften und in Wettkämpfen gegen andere Vereine gepflegt.“ (vgl. Festschrift 14. – 16. Juli 1961, S.21)
    Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Verein noch in den „Turn- und Sportverein 1861/08 Neustadt“ umbenannt.

  • 12.04.1954

    Grundsteinlegung für das Sportgelände "An der weißen Marter"

    Nach langem Ringen und vielen Rückschlägen konnte am 12. April 1954 endlich der Grundstein für den dringend benötigten Sportplatz gelegt werden. Die Stadt Neustadt/Aisch überlies per Erbpacht dem TSV ein 32.500 qm großes Gelände „An der weißen Marter“ auf dem das Vorhaben durchgeführt werden konnte. Durch viel ehrenamtliches Engagement konnte schließlich vier Jahre später der neue Sportplatz eingeweiht werden.
    (vgl. Festschrift 14. – 16. Juli 1961)

Recherchiert und verfasst von Alexander Dippold, Dezember 2004